Wintersport hat etwas Faszinierendes. Nicht von ungefähr fahren mehr als 10 Millionen Deutsche nach eigenen Angaben regelmäßig Ski oder Snowboard. Doch Wintersport wird oft auch mit gewissen Gefahren in Verbindung gebracht. Wir klären auf. Welche Gefahren entstehen beim Snowboarden und wie kann man diese größtenteils umgehen.
Verletzungsrisiko beim Snowboarden
Das Verletzungsrisiko beim Snowboarden ist mit fünf bis sechs Verletzten je 1000 Snowboardern in etwa doppelt so hoch wie beim Skifahren. Wissenschaftliche Erhebungen haben gezeigt, dass Snowboarder mit weniger als einem Jahr Erfahrung auf dem Brett für etwa 75 Prozent aller Snowboardunfälle verantwortlich sind. Dabei ließe sich diese Zahl durch das Tragen von Protektoren vor allem an den Handgelenken (häufigste Snowboardverletzung bei Anfängern) deutlich verringern.
Dahinter sind Verletzungen der Bänder im Knie, Brüche der Schulter bzw. des Knöchels sowie Kopfverletzungen am weitesten verbreitet. Während Sie sich gegen Schulterverletzungen mit einen Rückenprotektor bzw. einer Protektorenjacke und gegen Kopfverletzungen mit einem Helm schützen können, bleiben Knöchelverletzungen beim Tragen von Softboots ebenso ein Restrisiko wie Bänderrisse im kaum zu schützenden Knie.
Das Risiko für Knieverletzungen ist auch deswegen so hoch, weil sich die Bindungen – anders als bei Skifahrern – im Falle eines Sturzes in der Regel nicht öffnen. Diesen Umstand könnte man beheben. Allerdings haben nicht-öffnende Snowboard-Bindungen auch einen Sinn: So bedeutet ein Snowboard, bei dem nur eine Bindung aufgegangen ist, für das andere Knie und den Rumpf aufgrund seiner Wucht ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
Letztlich muss sich jeder Snowboarder also der Risiken bewusst sein. Maximaler Schutz durch Helme und Protektoren, sowie eine umsichtige Fahrweise (ohne Alkoholeinfluss!) sind die besten Wege, um den Winterurlaub wohlbehalten zu bestehen.
Vorsicht, Lawine
Eine permanente Gefahr in den Bergen geht von Lawinen aus. Besonders Snowboarder, die sich abseits der Pisten bewegen, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Eine gute Ausrüstung (z.B. ein ABS-Lawinenairbag-Rucksack) kann Sie retten, wenn Sie verschüttet werden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie umsichtig sein und Regionen meiden, in denen mehrere der folgenden Warnsignale zusammenkommen.
In Deutschland gibt es fünf Lawinenstufen (gering, mäßig, erheblich, groß, sehr groß). Ab Stufe drei sollten Snowboarder an jedem Hang abseits der befestigten Pisten äußerst vorsichtig sein. Zwar lässt sich das Entstehen einer Lawine nie verlässlich prognostizieren, doch gerade steile Hänge ab einem Gefälle von 30 Grad und mehr bergen ein großes Risiko. Weiterhin sind Südhänge, die im Winter am meisten Sonne abbekommen, stark lawinengefährdet, weil sich durch das Wechselspiel aus Tauen und erneutem Frieren eine Eisschicht bilden kann, welche den Abgang von Lawinen begünstigt. Daneben spielen auch die Schneebeschaffenheit und die Windrichtung eine Rolle. Generell gilt daher: Die Warnstufen beachten und am besten nur auf befestigten Pisten fahren.
Achtung, Höhensonne
Viele Snowboarder kehren mit einer satten Gesichtsbräune aus dem Wintersport zurück. Die Erklärung ist einfach: Zunächst einmal liegen viele Skigebiete über den Wolken, deswegen ist die Sonnenscheindauer auch im Winter sehr hoch. Ein zweiter Faktor ist die Höhe. Pro 100 Höhenmeter steigt die Sonnenstrahlung um bis zu 20 Prozent. Und last but not least verdoppelt die Reflexion der Sonne im Schnee den Strahlungseffekt auf die Haut. Dadurch werden Sie nicht nur schneller braun, sondern auch anfälliger für Hautkrebs.
UV-Schutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist deswegen beim Wintersport ein Muss. Hautärzte empfehlen LSF 30 und mehr. Weiterhin ist es wichtig, den Schutz nicht nur morgens aufzutragen, sondern ihn mittags, wenn die Sonne am höchsten steht, noch einmal zu erneuern. Eine teurere Alternative sind so genannte Daylong-Produkte, die nur einmal aufgetragen werden müssen und den Schutz bis zum Sonnenuntergang aufrechterhalten.
Wer die Problematiken der trockenen Haut bei Kälte und des Schutzes der Haut vor UV-Strahlung in einem lösen möchte, sollte auf spezielle fettreiche Sonnencremes aus der Apotheke zurückgreifen. Sie sind zwar teurer als Cremes aus dem Drogeriemarkt, schützen die Haut aber rundum.
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie zum Thema Snowboarden. Im nächsten Artikel gehen wir dann auf „Die besten Snowboardressorts in Deutschland“ ein und stellen diese ausführlich vor.
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